Dekanat Rodgau

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Flüchtlingskonferenz:

Protestanten setzen Signale der Humanität

NNBesonderes Schmankerl am Stand des Evangelischen Dekanats Rodgau war Kaffee, den Frauen, die aus ihrer Heimat Eritrea fliehen mussten, zubereitet hatten. Serviert wurde er mit Ideen und Infos aus der evangelischen und ökumenischen Fllüchtlingsarbeit in der Region. Als Gesprächspartner*innen standen unter anderem (v. l.) Pfarrerin Heike Zick-Kuchinke (Steinheim), Gisela Andresen (Ernährungsberaterin, Dietzenbach) sowie Pfarrerin Sandra Scholz (Evangelisches Dekanat Rodgau, 2. v. re.) und Pfarrer Martin Franke (re., Seligenstadt und Mainhausen) zur Verfügung.

Über 350 Teilnehmer aus ganz Hessen und Nassau trafen sich erstmals zu einer gemeinsamen Flüchtlingskonferenz. Sie präsentierten ihre Ideen und debattierten auch mit Politikern. Auch das Evangelische Dekanat Rodgau informierte an seinem Stand über seine Projekte und Angebote. Einhellige Botschaft: Integration geht alle an.

Als einen großen Erfolg und deutliches Signal der Humanität im Engagement für Ausgeschlossene und Geflohene haben Kirchenpräsident Dr. Volker Jung und Diakonievorstandsvorsitzender Horst Rühl die erste Flüchtlingskonferenz in Hessen und Nassau bezeichnet, die heute im Frankfurter Dominikanerkloster stattfindet.

350 Teilnehmer aus dem gesamten Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), darunter auch Vertreterinnen und Vertreter des Evangelischen Dekanats Rodgau und seiner Gemeinden, waren auf Einladung von EKHN und Diakonie Hessen (DH) zu der Konferenz gekommen, die unter dem Thema „Kirche im Aufbruch – Austausch zur Flüchtlingsarbeit in der EKHN“ inhaltlicher Austausch und Messe zugleich war.

Vor allem der Messebereich mit einem Markt der Möglichkeit war für die Menschen, die mit Flüchtlingen arbeiten, eine Schatztruhe an Ideen und Informationen. Das Dekanat Rodgau steuerte unter anderem seine Kursangebote "Kochen für Flüchtlinge" und "Ressourcenschonung" bei. Zudem informierten etwa die Ökumenische Flüchtlingshilfe Steinheim und verschiedene Gemeindeprojekte.

Für Sandra Scholz, Pfarrerin für Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Rodgau, war der Tag vor allem eine Bereicherung für die vielen Aktiven - und eine Stärkung durch die Erkenntnis, dass auch kleine Initiativen vor Ort nicht allein in ihrem Engagegement für Geflüchtete sind. "Gerade auch in unserem Dekanat hat die gemeinsame Arbeit am Stand den Austausch und die gegenseitige Wahrnehmung noch einmal gefördert."

Prominente Gäste aus der Politik waren die Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz, Anne Spiegel, und der Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung

EKHN-Kirchenpräsident Dr. Volker Jung erinnerte zur Eröffnung daran, dass die Aufnahme von Flüchtlingen eine globale Aufgabe sei. Kein Land könne sich auf Dauer der Frage verschließen. „Migration ist weltweit ein Thema und eine große politische Herausforderung, die nicht durch den Bau von Mauern und Grenzzäunen oder gar mit Waffen gelöst werden kann“, so Jung. „Die Not vieler Menschen dauert an – ob in Syrien, Afghanistan, Eritrea oder auch in den Flüchtlingslagern in Griechenland“, sagte Jung. Ihm persönlich gehe vor allem das Schicksal vieler Eltern und Kinder und die damit zusammenhängende Frage des Familiennachzugs sehr nahe, erklärte der Kirchenpräsident.

Diakonie-Vorsitzender Horst Rühl

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Horst Rühl, sagte: „Die Konferenz steht für eine starke gesellschaftliche Realität der Menschenfreundlichkeit, die vor lauter Populismus häufig leider nicht mehr wahrgenommen wird. Ich bin begeistert über das anhaltende Engagement der vielen Freiwilligen und beruflich Mitarbeitenden in der Flüchtlingsarbeit, das heute zum Ausdruck kommt. Die Vielfalt und Ausdauer dieses Engagements sind ein fantastischer Schatz in Diakonie und Kirche. Glaube und helfendes Handeln gehören untrennbar zusammen.“

Appell an die Hessische Landesregierung

Diakonievorsitzender Rühl hatte zudem erneut an die Hessische Landesregierung appelliert, „den Erlass eines sofortigen Abschiebungsstopps für afghanische Flüchtlinge zu prüfen. Die Abschiebung nach Afghanistan ist aus humanitären Gesichtspunkten durch nichts zu rechtfertigen, sie ist ein Akt der Unmenschlichkeit.“

Am Vormittag präsentierten die Teilnehmer an Messeständen ihre Projekte der Flüchtlingsarbeit. Am Nachmittag gibt es in moderierten Diskussionsforen Gelegenheit, über aktuelle Schwierigkeiten und Hindernisse in der Integrationsarbeit zu sprechen und weitere Schritte für eine gelingende Integration zu entwickeln.

Stichwort: Flüchtlingshilfe in Diakonie und Kirche

Im Engagement für Flüchtlinge bringen sich die Diakonie Hessen, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sowie die benachbarte Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gemeinsam in vielfältiger Weise ein: durch Beratung, Vernetzung oder finanzielle Unterstützung. Zu den Angeboten gehören professionelle Beratung im Asylverfahren, die Unterbringung von Flüchtlingen, Kleiderkammern oder Fahrdienste vor allem im ländlichen Raum, damit Flüchtlinge einkaufen oder Ämtertermine wahrnehmen können. Mal wirken sie in einem breiteren bürgerschaftlichen Bündnis mit, mal formiert sich dieses Engagement unter dem Dach von Diakonie und Kirchengemeinde oder Dekanat.

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